Perspektiven

Sören läuft einen Marathon. Natürlich tut er das.

Acht Wochen Vorbereitung, kein Plan, kein Zweifel. Über einen Freund, der einfach loslegt — und warum das mehr ist als eine Laufstrategie.

marathon running mindset building anyway

Es gibt Menschen, die planen. Die recherchieren Trainingspläne, kaufen die richtigen Schuhe, laden sich drei Apps runter und starten dann — in zwölf Wochen.

Und dann gibt es Sören.

Sören hat sich vor fünf Wochen entschieden, einen Marathon zu laufen. Nicht in sechs Monaten. In acht Wochen. Kein Plan, kein Coach, kein Zweifel. Einfach Schuhe an und raus.

Wer Sören kennt, ist nicht überrascht. Der Mann ist ein Überlebenskünstler. Nicht im dramatischen Sinne — eher so, wie Wasser immer einen Weg findet. Egal was kommt, Sören findet eine Lösung. Meistens eine, an die kein normaler Mensch gedacht hätte.

Startup-DNA ohne Pitch Deck

Sören macht Startup-Sachen. Aber nicht so, wie LinkedIn sich das vorstellt. Kein “Excited to announce”-Post, keine Disruption-Buzzwords, kein perfekt kuratierter Gründer-Lebenslauf. Sören stolpert in Ideen rein wie andere Leute in Spotify-Playlists — zufällig, neugierig, und plötzlich steckt er mittendrin.

Wo andere einen Business Plan schreiben, hat Sören schon drei Prototypen gebaut. Wo andere noch die Marktanalyse lesen, hat Sören bereits mit echten Kunden gesprochen. Nicht weil er besonders strategisch denkt, sondern weil ihm schlicht niemand gesagt hat, dass man das anders machen sollte.

Oder er hat es gehört und es war ihm egal. Beides möglich.

42,195 km mit Vibes als Trainingsplan

Acht Wochen Vorbereitung auf einen Marathon — das ist objektiv verrückt. Jeder Laufblog, jeder Trainer, jeder Algorithmus würde dir sagen: Tu das nicht. Minimum zwölf Wochen, besser sechzehn, am besten mit Aufbauphase im Vorjahr.

Sören hat diese Artikel wahrscheinlich nicht gelesen. Oder er hat sie gelesen und gedacht: Ja gut, aber ich bin ja ich.

Und das ist das Ding — bei den meisten Leuten wäre das Arroganz. Bei Sören ist es einfach dieses ruhige Grundvertrauen, dass es schon irgendwie geht. Nicht weil alles perfekt laufen wird. Sondern weil er weiß, dass er mit dem Imperfekten klarkommt.

Kilometer 30 wird wehtun. Kilometer 35 wird die Hölle. Aber Sören wird irgendwas finden — einen dummen Gedanken, ein Lied im Kopf, pure Sturheit — und weiterlaufen.

Warum wir alle ein bisschen mehr Sören sein sollten

Wir leben in einer Welt, die uns einredet, dass man erst anfangen darf, wenn alles stimmt. Der richtige Moment. Das richtige Wissen. Die richtige Vorbereitung. Und bis dahin? Bis dahin lesen wir noch einen Artikel, schauen noch ein YouTube-Video, warten noch einen Monat.

Sören wartet nicht.

Nicht weil er leichtsinnig ist. Sondern weil er verstanden hat, was die meisten von uns erst lernen müssen: Der beste Zeitpunkt zum Anfangen ist fast immer jetzt. Nicht morgen, nicht nächsten Monat, nicht wenn die Bedingungen perfekt sind. Jetzt.

Ist das immer smart? Nein. Wird das manchmal schiefgehen? Klar. Aber Sören hat mehr Sachen gestartet, mehr erlebt und mehr gelernt als die meisten Leute, die noch auf den perfekten Moment warten.

Ein Marathon in acht Wochen vorbereiten ist keine Laufstrategie. Es ist eine Lebenseinstellung.

Anyway

Genau deswegen gibt es diesen Blog. buildinganyway.com — Bauen, auch wenn die Bedingungen nicht perfekt sind. Anfangen, auch wenn der Plan noch nicht steht. Loslaufen, auch wenn acht Wochen eigentlich zu wenig sind.

Sören wird diesen Marathon finishen. Ich weiß das, weil ich Sören kenne. Und wenn er über die Ziellinie stolpert, vollkommen fertig und mit einem dämlichen Grinsen im Gesicht, dann wird er genau das bewiesen haben, was dieser Blog versucht in Worte zu fassen:

Du brauchst keine Erlaubnis. Du brauchst keinen perfekten Plan. Du musst einfach nur loslaufen.

Anyway.

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